Samstag, 5. März 2016

Makai no Hana – der „GARO“-Manga


Neben Kamen Rider versuchen sich in den letzten Jahren auch andere Tokusatsu in der Mangawelt Fuß zu fassen – das Tokusatsu „GARO“ geht nun diesen Schritt mit der Mangaadaption zu „Makai no Hana“ (牙狼GARO-魔戒ノ花- ; dt.: „Die Blume der Makai“)

Der erste Band erschien am 26. Februar 2016 in Japan und erzählt die Geschichte der zwei Makai-Ritter Raiga Saejima und Kurou (alternativ: Crow), die auf der Suche nach speziellen Horrorn sind. Einige Jahre zuvor wurde das „absolut Böse“, ein Wesen namens Eyrith, das allerdings aufgrund seiner Zerstörungswut in der Menschenwelt nur „Die Blume der Zerstörung“ (破壊の花; jap.: „Hakai no Hana“) genannt wurde, in eine Steintafel gebannt. Um diese Steintafel zu verschließen nutzten Makai-Priester neun Horrorkörper als Schlüsselsteine. Diese Horror sind jene, die Raiga und Kurou jagen, damit sie nicht in die falschen Hände geraten. Begleitet werden die zwei Makai-Ritter von sogenannten „Magischen Werkzeugen“ (魔具, jap.: Madougu), welche in Form von jungen Frauen auftreten und die Fähigkeit besitzen die verschiedenen Horrorarten zu unterscheiden.

Das ist die Grundgeschichte, und Hintergründe dem Leser des ersten Bandes nur bruchstückhaft erklärt, was in diesem Fall kein Qualitätsverlust ist. Der erste Band fokussiert sich deutlich auf die Beziehungen zwischen den Hauptfiguren, also den Makai-Rittern, den magischen Werkzeugen und Raigas Butler. Man erfährt wie die Figuren zueinander stehen und gegen Ende des ersten Bandes werden die Probleme Kurous thematisiert.



Der Band umfasst viele Actionszenen, die allerdings recht kurz gehalten sind und im Großen und Ganzen folgende Struktur aufweisen: Ein Dialog, welcher die Hintergründe des Horrors anschneidet, gefolgt von einer Verwandlung und der schnellen Zerstörung des Monstrums. Und hier liegt eine der Schwächen des Mangas: Wer an „Garo“ die tiefergehende Darstellung der Horror als tragisches Überbleibsel menschlicher Schicksale schätzte, wird bei dem ersten Band von „Makai no Hana“ eher enttäuscht sein. Die Horror wirken hier eher wie eine Rechtfertigung  für die kurzen Actionsequenzen. Auch bekommt man nur sehr wenige Hintergründe zu Raigas Geschichte und wieso gerade er nach den Horrorn sucht. Alles Punkte, die natürlich noch Platz in den zukünftigen Bänden haben könnten, die jedoch zum Verständnis der Geschichte wichtig gewesen wären. Einen weiteren Kritikpunkt liefert das Einordnen des Mangas in den Kanon der Serie: Wo setzt sie an? Immerhin besitz Raiga die Rüstung von Kouga aus der ersten und zweiten Staffel der „Garo“-Serie und trägt denselben Familiennamen, „Saejima“, wie dieser. Natürlich kann man sich hier schon einige dieser Punkte selber logisch erschließen, aber es mindert den Lesespaß und regt eher zum Recherchieren an, als dazu den Manga in die Hand zu nehmen und sich auf dessen Welt einzulassen.
Andererseits hat dies auch einen sehr schönen Vorteil: Leute, die das Tokusatsu nicht sahen, haben hier die Möglichkeit ohne Probleme in die Welt von „Garo“ einzutauchen. Neue Charaktere und eine Grundhandlung, die beide nicht all zu komplex sind, können Leser ohne Vorkenntnisse deutlich eher ansprechen, als langwierige Versuche auf die Vorgeschichte einzugehen. Auch das Einbringen der „magischen Werkzeuge“ bietet hier viel Potential. Sollte er sich für mehr Inhalt interessieren, kann sich der neue Leser die ersten zwei Staffeln der Serie ansehen. Dies ist aber nicht zwingend notwendig!

Viele meiner Kritikpunkte ergeben sich daraus, dass ich „Garo: Makai no Hana“ vor dem Hintergrund der alten Serien las und zunächst Probleme hatte, das Manga in ein Universum der Serie einzuordnen. Dies könnte natürlich noch in den Folgemangas geklärt werden. Wer sich ohne Vorwissen auf die Geschichte des Mangas einlässt, kann sich ohne Probleme in dessen Welt verlieren. Und wenn dabei nicht alles sofort erklärt wird, ist das dem dramaturgischen Kniff und der Erzählweise geschuldet. Betrachtet man den Manga wie eine Tokusatsu-Serie, so wirkt dieser Band wie eine solide erste Folge: Viel Action, interessante Charaktere werden eingeführt und das Potential der Geschichte wird ersichtlich.

Der Band ist bisher nur auf Japanisch erschienen ist, wem das keine Probleme bereitet, der kann sich gerne von dem Manga „Makai no Hana“ ein eigenes Bild machen.

(Anmerkung: Diese Rezension entstand ohne Kenntnis der gleichnamigen Live-Action-Serie, auf der das Manga basiert.)

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